“Friedenstaube“, Quelle: © Grey59 / pixelio
Am Freitag konnte man eine bemerkenswerte Nachricht vernehmen: „DIE LINKE steht geschlossen hinter Westerwelle.“ Was war geschehen?
Seit dem Wochenende bombardieren alliierte Streitkräfte Libyen. Es ist der erste Krieg, den US-Präsident Obama mitzuverantworten hat. Er hat lange gezögert – aus gutem Grund. Denn es ist ein Unterschied, ob die internationale Staatengemeinschaft militärisch in einen libyschen Bürgerkrieg interveniert oder ob sie mit der Intervention einen Genozid oder ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhindert. Bei ersterem ist die Intervention fragwürdig, bei letzteren nicht. „Der Diktator führt Krieg gegen sein eigenes Volk“, war in den vergangenen Tagen zu lesen. Aber ob das wirklich so ist, oder ob er Krieg gegen bewaffnete Rebellen führt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Nur die Geheimdienste und Auslandskorrespondenten könnten die Lage in Libyen einschätzen.
Der deutsche UN-Botschafter, Peter Wittig, hat sich jedenfalls am Donnerstag im UN-Sicherheitsrat im Namen Deutschlands und auf Weisung des Außenministers Westerwelle enthalten, wie Russland und China. Von einer „sehr klugen, sehr konsequenten“ Entscheidung schwärmt Jan van Aken, Linkspolitiker im Bundestag. Das ist das typisch linke, außenpolitische Dilemma: Zum einen fordern die Linken: „Das Mördertreiben von Gaddafi muss gestoppt werden.“ Zum anderen lehnen sie Auslandseinsätze der Bundeswehr generell ab und wollen die NATO auflösen. Die Bundeswehr solle nur auf Landesverteidigung und Katastrophenhilfe verpflichtet werden, die NATO wird als reines Militärbündnis gesehen.
Man muss kein Bellizist sein, um in dieser Haltung Eskapismus zu erkennen. Es gibt Situationen, in der Krieg das letzte politische Instrument ist, um friedensschaffende bzw. friedenssichernde Maßnahmen durchzusetzen. „Wenn die Machthaber Hitlerdeutschlands beginnen, die deutschen Juden, wenn die Hutus in Ruanda beginnen, die ruandischen Tutsis systematisch und massenhaft zu ermorden“, mahnt der Strafrechtler und Rechtsphilosoph Merkel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, „dann ist nicht nur die Schwelle zur legitimen humanitären Intervention überschritten, sondern erst recht die zum legitimen gewaltsamen Bürgerkrieg.“ Welche „zivile Konfliktlösung“ würde den Linken da noch einfallen?
Überdies hieße die NATO abzuschaffen, die europäische Sicherheit wieder sich selbst zu überlassen und nicht mehr atlantisch zu verankern. Europas längster Frieden wäre durch die gemeinschaftliche Sicherheitspolitik, welche seit 1945 betrieben wird, jedenfalls nicht denkbar.
